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Unter Woelfen | Ausgabe 10 | Saison 2016/2017

Aufstieg`97 | 31 Bundesliga-Aufstieg`97 Melken in Heiligendorf Mit einem zweiten Stadionsprecher wollte der VfL im Aufstiegsjahr mehr Pepp in die Heimspiele bringen. Rainer Beckert war dafür genau der richtige Mann. Zurück im Glück: Erstmals seit 19 Jahren kehrt Beckert für „Unter Wölfen“ an seine alte Wirkungsstätte zurück. Die Rückkehr in seine alte Manege, das ist nicht zu übersehen, macht etwas mit ihm. „Schauen Sie sich das an, ich habe eine Gänsehaut“, sagt Rainer Beckert, als er vom Treppenaufgang des VfL-Stadions in die leere Stätte des Ruhms blickt. Tatsächlich ist er zum ersten Mal wieder hier, 19 Jahre nach dem Ende seiner kurzen, aber sehr intensiven Laufbahn als Heißmacher vom Elsterweg. Zwischen März 1997 und März 1998 moderierte Beckert als Ergänzung zu Siegmar Kohl das Rahmenprogramm der grün-weißen Heimpartien. Obwohl er schnell wieder abgelöst wurde, blieb er vielen Fans in Erinnerung. Denn seine Rolle als Stadionsprecher interpretierte er reichlich unkonventionell. Lesen Sie weiter auf der nächsten Seite. Wunsch der Fans: mehr Stimmung Die Suche nach einem Knipser, die dürftige TV-Präsenz, die Verletzung des Kapitäns – in der Aufstiegssaison gab es etliche Themen, die das VfL-Umfeld über längere Zeiträume beschäftigten. Eines davon waren die oft schmalen Kulissen. Dass trotz aussichtsreicher Platzierungen nur zwischen 3.000 und 5.000 Zuschauer an den Elsterweg kamen, sorgte nicht nur im Lager der Fans für kontroverse Diskussionen. Denn eigentlich meinte man beim VfL die Attraktivität der Heimspiele bereits verbessert zu haben. „Jetzt haben wir mehr Sitzplätze, mehr Überdachung, mehr sanitäre Einrichtungen und sind sogar Erster. Trotzdem kommen so wenige“, rätselte Peter Pander am 8. Spieltag nach dem 0:0 gegen Lübeck. „Mir scheint, wir haben ein grundsätzliches Problem.“ Werbung mit dem Megafon Zumal auch die Mitgliederzahlen empfindlich abgerutscht waren, wollte man sich allein auf die sportliche Entwicklung nicht verlassen. Wie zu Gründerzeiten kreuzten bald Lautsprecherwagen durch Wolfsburg, um gezielt zu mobilisieren. Zudem unterstützte der Verein eine große Fanumfrage der WAZ zum Kernthema, was genau die Leute im VfL-Stadion vermissten. Eines der Ergebnisse, die daraus resultierten: Zuständig für bessere Stimmung war in den Augen der Leser nicht allein das Publikum. So kam es, dass die „Stimme aus dem Eispalast“ ins Spiel gebracht wurde. Wolfgang Heitmann, der Erste VfL-Vorsitzende, klopfte beim Hallenmoderator der Wolfsburger Eishockey-Mannschaft an. „Ich war sofort begeistert von der Idee und hatte riesige Lust, es auszuprobieren“, erinnert sich Beckert. Beim zweiten Rückrunden-Heimspiel gegen den VfB Leipzig, vor noch 3.265 Zuschauern, legte er los. Es war die Geburtsstunde des grün-weißen Stadionrahmenprogramms. Unter Wölfen


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